Essig-Herstellung

Seit 1950 bis heute erfolgt die Gewinnung von G√§rungsessig im Umpumpverfahren durch Berieselung von Buchenholzrollsp√§nen mit Maische. Zwischen den feinen Windungen der Rollsp√§ne sitzen die Essigbakterien, so dass die Kontaktfl√§che zwischen Bakterien und alkoholischer Fl√ľssigkeit um ein Vielfaches vergr√∂√üert wird.

Essig entsteht immer durch Verg√§rung alkoholhaltiger Fl√ľssigkeiten. Dies kann bereits auf nat√ľrlichem Wege geschehen, wenn wir eine Flasche Wein l√§ngere Zeit offen stehen lassen. Die in der Luft enthaltenen Essigbakterien fermentieren den Alkohol unter Mitwirkung von Sauerstoff zu Essig.

Im alten China, √Ągypten und Rom war Essig wahrscheinlich zun√§chst ein solches Zufallsprodukt. Essig war damals schon beliebt als W√ľrze f√ľr pikante Speisen und besonders bei den r√∂mischen Legion√§ren als erfrischendes Getr√§nk. Bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts war Essig neben Salz das wichtigste Konservierungsmittel.

In unserer betrieblichen Essigproduktion √ľberlassen wir die Essigentstehung nicht dem Zufall. Es werden gezielt Bakterienst√§mme (die sog. Acetobacter) zum Initiieren der Fermentation eingesetzt. √úber Sauerstoffzufuhr, Temperaturregelung und Alkoholzufuhr wird der Verg√§rungsprozess gesteuert. Die Produktion l√§uft t√§glich 24 Stunden, 365 Tage im Jahr. F√ľr Rohware und Essiglagerung stehen uns √ľber 1.300.000 Liter Fassraum zur Verf√ľgung.

Das Wasser f√ľr unseren Essig, ohne weitere Aufbereitung, unbehandelt, nat√ľrlich kommt aus unserem hauseigenen 63m tiefen Artesertiefbrunnen. Dieser Brunnen bezieht in st√§ndig √ľberwachter Trinkwasserqualit√§t sein Wasser von den bewaldeten Isarh√§ngen.

Zum Schluss sei noch der Unterschied zwischen G√§rungsessig, = biologisch gewonnene S√§ure und Essigessenz/Essigs√§ure = synthetisch gewonnene Essigs√§ure, erkl√§rt: G√§rungsessig ist immer ein Produkt einer zweifachen Fermentierung: zuerst wird der Zucker von Fr√ľchten wie √Ąpfeln oder Weintrauben, Getreide, Zuckerr√ľben, Kartoffeln etc. unter Ausschluss von Sauerstoff zu Alkohol vergoren und dann wird in einem zweiten Schritt der Alkohol mittels Essigbakterien und unter Zufuhr von Sauerstoff zu G√§rungsessigs√§ure umgewandelt. G√§rungsessig, dessen S√§ure biologisch gewonnen wird, ist ein Naturprodukt und enth√§lt stets viele Merkmale, Aminos√§uren, Spurenelemente und Inhaltsstoffe seiner urspr√ľnglichen Ausgangsfrucht.

Die chemisch gewonnene Essigs√§ure - auch unter dem Namen Essigessenz im Handel - ist dagegen ein Nebenprodukt bei der Erd√∂lraffinierung. F√ľr wen diese Information neu ist, und wer k√ľnftig von der synthetischen S√§ure lassen will, aber weiterhin eine neutrale starke S√§ure bevorzugt, dem empfehlen wir unseren biologisch gewonnenen Branntweinessig 10 %, wei√ü aus Agraralkohol, als biologisch gewonnene S√§ure.